À la carte! Die Geheimnisse der Speisekarte

31.03.2010-15.11.2011, Schloss Trauttmansdorff

Speisekarten

Die Speisekarte, den allermeisten bloß Mittel zum Zweck, ist dem Touriseum auf Schloss Trauttmansdorff in diesem Jahr eine Sonderausstellung wert. Dies, weil man im Touriseum weiß, was hinter den Karten steckt: „Speisekarten werben, vermitteln politische Botschaften, ähneln manchmal Beipackzetteln, sind Visitenkarte der Wirtsleute, Zeugen der Vergangenheit oder auch ‚kulinarische Laufstege’“, so Paul Rösch, Direktor des Touriseums, bei der Eröffnung der Ausstellung.

Die ausgestellten Menükarten sind demnach nicht nur wegen der aufgelisteten Speisenfolgen und der oft aufwändigen künstlerischen Gestaltung interessant. Vielmehr bietet die neue Ausstellung im Touriseum den Besuchern die Chance, Speisekarten einmal aus ungewohnten Blickwinkeln zu lesen. „Speisekarten sind auch Kulturgeschichte, sie erzählen vom Land, von Ess- und Feierbräuchen, von Gewohnheiten, Ereignissen, Genüssen und sind nicht zuletzt Visitenkarten der Hotels und des Landes“, sagte Rösch.

Insgesamt zeigt das Touriseum in der neuen Ausstellung 682 Speisekarten. Knapp 600 davon stammen aus der Sammlung des Landesmuseums für Tourismus, die übrigen sind Leihgaben des Meraner Stadtmuseums, des Tiroler Landesmuseums Ferdiandeum in Innsbruck sowie des Brixner Stadtarchivs. Auch private Sammler haben ihre besten Stücke zur Verfügung gestellt. Der ehemalige Hotelausstatter Florian Pichler hat dem Touriseum gar seine gesamte Sammlung vermacht und auch Skilegende Gustav Thöni hat dem Touriseum für die Sonderausstellung sein Hochzeitsmenü geliehen. Ewald Brunner, der Tourismusdirektor in Naturns, hat dem Landesmuseum für Tourismus hingegen die gesamte Sammlung seines Vaters, des langjährigen Oberkellners und Kellner-Ausbilders Sepp Brunner, für die Ausstellung überlassen; während Familie Mayr vom Finsterwirt in Brixen dem Touriseum jene Speisekarten zur Verfügung gestellt hat, die anlässlich prominenter Besuche hergestellt wurden, wie jene zu Ehren des Dalai Lama, des damaligen Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro oder des Kardinals Joseph Ratzinger.

À la carte!