Museum – Theater

6. - 7. Juni 2013

Theater und Museum

Am 6. und 7. Juni 2013 versammelten sich Museumsmitarbeiter, Schauspieler und Pädagogen auf Schloss Goldrain, um in einer vom Touriseum gemeinsam mit der Bayerischen Museumsakademie organisierten Tagung über neue Verbindungen von Theater und Museum zu reflektieren.

Der Einsatz theatralischer Elemente als Vermittlungsmethode hat Tradition. Auch als Werbemittel finden szenische Darstellungen zunehmend Eingang in die Welt der Museen. Unbestritten ergänzen sich Theater und Museen positiv. Die einzelnen Referate und Workshops der Tagung gaben Anregungen wie Theater sowie theatralische Elemente sinnvoll in die Museumsvermittlung integrieren werden können. Dabei wurden unterschiedlichste Formen dieser Zusammenführung der beiden Bereiche vorgestellt und diskutiert.

Alina Laura Tiews aus Hamburg stellte das Theaterstück „Anne Bloody Mary" vor. Von zwei professionellen Schauspielerinnen geschrieben und aufgeführt, brachte das Theaterstück Inhalte des Internationalen Maritimen Museums in Hamburg auf unterhaltsame Weise und mit direktem Bezug zu den Museumsobjekten den Besuchern und Besucherinnen näher.

Rainer Wenrich von der Bayerischen Museumsakademie zeigte Möglichkeiten der Finanzierung von Projekten auf, die Theater und Museum verbinden.

Josef Kiemeier vom Museumspädagogischen Zentrum in München stellte gemeinsam mit Thomas Endl von den Histonauten das Projekt „Bilder drehen, Bilder verstehen" vor. Schülerinnen und Schüler haben dabei die Möglichkeit, zu einzelnen Bildern aus der Pinakothek der Moderne in München einen eigenen Film zu drehen.

Die freie Theaterpädagogin und Schauspielerin Nicole Titus aus München berichtete von ihren Erfahrungen mit einem Theaterprojekt in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Gemeinsam mit einer Schülergruppe hat sie ein Theaterstück zum Thema Menschenrechte entwickelt und dieses dann für eine weitere Schulklasse in der KZ-Gedenkstätte aufgeführt.

Der bekannte Skistar und zweifache Olympiasieger Markus Wasmeier stellte theatralische Elemente in seinem Freilichtmuseum am Schliersee vor. An mehreren Abenden führte dort eine Theatergruppe vor der Kulisse der Bauernhöfe des Museums das Theaterstück „Wildschütz Jennerwein" auf.

Einen ähnlichen Einblick in die Praxis gewährte Paul Peter Niederwolfsgruber, der Spielleiter der Kassianibühne Percha, mit einem Beispiel aus Südtirol. Er berichtete von der Aufführung des Theaterzyklus „Die sieben Todsünden" im Volkskundemuseum Dietenheim.

Einen weiteren Erfahrungsbericht lieferte die Museumspädagogin Brita Köhler, die vierjährige Kinder in Begleitung einer Handpuppe in der Gestalt einer Raupe, die sogenannte „Museumsraupe", durch das Museion in Bozen führt.

Schließlich berichteten auch Direktor Paul Rösch und Ruth Engl vom Touriseum über die verschiedenen theatralischen Elemente, die das Museum inner- und außerhalb seiner Mauern zur Vermittlung einsetzt.

In vier verschiedenen Workshops von Thomas Troi vom Theaterpädagogischen Zentrum in Bozen, Laura Jakschas der Gruppe Museumsfieber aus Hamburg, Anna Beke vom Bayerischen Staatsballett in München und Angela Hundsdorfer, einer Theaterpädagogin aus Berlin, konnten die Teilnehmer zudem selbst Zugänge zu theatralischen Ausdrucksformen ausprobieren.

Eine humorvolle Einlage bot das Straßentheater „Tourismusgeschichten in Fahrt" mit Peter Schorn, Gerd Weigel und Martina Holzknecht, die im Auftrag des Touriseums mehrere Wochen durch Südtirol tourten, um die Inhalte des Museums unter die Einheimischen zu bringen.

Die Tagung „Theater und Museum" lieferte viele Anregungen und Ideen, auf welch unterschiedliche Weise die beiden Bereiche zusammengebracht werden können, um die Vermittlung im Museum noch attraktiver zu gestalten.