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26.06.2007

Bergabend im Touriseum

Um Paul Grohmann, einen der wichtigsten Erschließer der Dolomiten, und um die Geschichte des Österreichischen und später Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins von 1862 bis 1918 geht es am Donnerstag, 26. Juni ab 19.30 Uhr im Touriseum.
Mit einem Themenabend zur Erschließung der Alpen wartet am Donnerstag, 26. Juni das Touriseum auf Schloss Trauttmansdorff auf. Ab 19.30 Uhr wird zunächst Anneliese Gidl ihr Buch „Alpenverein. Die Städter entdecken die Alpen“ vorstellen. Danach referiert Hans-Günter Richardi über den Dolomiten-Erschließer Paul Grohmann, dessen 100. Todestag sich im Juli jährt, der aber im Bewusstsein der Öffentlichkeit kaum noch präsent ist.
„Alpenverein. Die Städter entdecken die Alpen“

„... Eine überbordende Fülle von Quellen und Materialien, Anschaulichkeit und eingängige Darstellung.“ So charakterisiert Friedemann Scholl von der Universität Augsburg das Buch von Annelises Gidl „Alpenverein. Die Städter entdecken die Alpen“. Der Band ist 2007 erschienen und beschreibt die Geschichte des Österreichischen und später Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins von 1862 bis 1918. Die Chronik umfasst drei Hauptteile. Der erste Teil befasst sich mit der Entdeckung der Bergwelt durch das Bürgertum und stellt die Geschichte des Alpinismus von der Gründung des „Österreichischen Alpenvereins“ 1862 bis zum Zusammenschluss zum „Deutschen und Österreichischen Alpenverein“ 1873 dar. Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Aktivitäten des wachsenden Vereins bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs und im dritten Hauptteil widmet sich die Autorin der Frage, wie der Erste Weltkrieg den Alpenverein verändert hat.

Paul Grohmann - ein Leben für die Dolomiten

In seinem Vortrag beschäftigt sich der deutsche Schriftsteller und Journalist Hans-Günter Richardi mit dem Lebenswerk des österreichischen Bergsteigers Paul Grohmann. Die Erschließung der Dolomiten geht zum größten Teil auf ihn zurück. Der "König der Dolomiten", wie er schon zu Lebzeiten genannt wurde, hatte in der Erkundung der Bleichen Berge seine Lebensaufgabe gefunden.

Grohmann, geboren am 12. Juni 1838 in Wien, brachte es in den Dolomiten zu beachtlichen Leistungen. Unter den zahlreichen Bergen, die er dort zuerst erstieg, sind zum Beispiel die Marmolata (28. September 1864), die Große Zinne (21. August 1869), die Dreischusterspitze (18. Juli 1869) und der Langkofel (13. August 1869) zu nennen. Ohne sichere Ausrüstungstechnik und ohne taugliche Karten wagte er sich in eine damals noch unerforschte und in Europa unbekannte Bergregion, in der er keine Wege und Hütten fand. Seine Bergführer zog er sich unter den Einheimischen selbst heran.

Aber auch als Organisator setzte Grohmann in der Geschichte des Alpinismus Meilensteine. So gründete er mit anderen im Jahre 1862 den "Oesterreichischen Alpenverein" und brachte im Jahre 1869 auch den "Deutschen Alpenverein" mit auf den Weg. Beide Vereine verschmolzen im Jahre 1873 zum "Deutschen und Österreichischen Alpenverein", der bis zum Jahre 1938 bestand.

Heute ist Grohmann, dessen Todestag sich heuer am 29. Juli zum 100. Mal jährt, weitgehend vergessen. Auch der "Oesterreichische Alpenverein" setzt ihm kein Denkmal. Um so bemerkenswerter ist das Engagement der Gemeinde Niederdorf im Pustertal, die dem verdienten Pionier in diesem Jahr die Ausstellung "Bezwungene Berge" gewidmet hat. Die Dokumentation, die Richardi erarbeitet hat, wurde am 13. Juni 2008 im "Fremdenverkehrsmuseum Hochpustertal" in Niederdorf eröffnet. Zur Ausstellung verfasste Richardi im Auftrag der Gemeinde Niederdorf auch das Buch "Die Erschließung der Dolomiten. Auf den Spuren der Pioniere Paul Grohmann und Viktor Wolf-Glanvell in den Bleichen Bergen".

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