Emma Hellenstainer

Emma Hellenstainer

Professionalität, Gastfreundschaft und Pioniergeist machten Emma Hellenstainer (1817-1904) zur Wegbereiterin des frühen Tourismus und zur „berühmtesten Wirtin Tirols“.

Die markanten Stationen dieser Biografie liegen verstreut im alten Kronland Tirol. Von ihrem Nordtiroler Geburtsort St. Johann in Tirol ausgehend zog es Emma Hellenstainer in den Osten (Niederdorf, Prags) und den Westen des südlichen Tirol (Meran, Spondinig). Die Legende um ihre Person strahlte weit über Tirol hinaus, da „Frau Emma in Europa“ zum Markennamen regionaler Gastfreundschaft wurde. Die Tatsache, dass eine früh (1858) verwitwete, alleinstehende Frau zur eigenständigen Führung eines großen Gastbetriebs und zu wegweisender Expansion fähig war, ließ die Zeitgenossen staunen.

Ein neues Metier, der Tourismus und der Aufstieg einer Frau, deren Leistung jene der meisten Berufskollegen weit überragte, bildeten Ausgangspunkte des „Mythos Emma“. Dahinter standen die sorgfältig kultivierte Qualität von Küche und Keller, die Pflege regionaler Gerichte, eine umsichtige Hand in der Zimmerausstattung und später die unternehmerische Expansion, die sie und ihre Kinder vollzogen: zunächst durch den Ausbau des „Schwarzen Adler“ in Niederdorf/Pustertal, dann mit dem Ankauf des nahen Pragser Wildsees und dem Bau eines stattlichen Alpenhotels, später mit dem Ausgriff nach  Spondinig und Meran mit dem posthum eröffneten Hotel „Emma“ als führendem Haus im Zentrum des Tiroler Tourismus.

Gerühmt wurde vor allem der besondere Umgang von „Frau Emma“ mit den Gästen, die Aufmerksamkeit, die sie ihnen schenkte, sowie ihre gewinnende Art und Liebenswürdigkeit, die aber nie auf Anbiederung hinauslief.