Joseph von Trauttmansdorff

Joseph Graf von Trauttmansdorff

1846 kam ein Graf aus der Steiermark, Joseph von Trauttmansdorff, in die junge Kurstadt Meran und entdeckte die 150 Jahre zuvor von seinen Verwandten verlassene Burg. Er kaufte das halb verfallene Gebäude, erweiterte es auf die heutige Größe und überzog es mit neugotischen Elementen. Schloss Trauttmansdorff, wie die Burg von nun an hieß, gilt als das früheste Beispiel für den neugotischen Burgenbau in Tirol.

Graf Trauttmansdorff war ein Bewunderer von Erzherzog Johann, dem "grünen Rebell" der Habsburger. Wie dieser in der Steiermark wollte Graf Trauttmansdorff in Meran einen geografisch geschlossenen Musterbetrieb errichten. Dafür kaufte er auch die in der Nähe liegenden Ansitze Pienzenau und Fragsburg mit den dazu gehörenden Pachthöfen, Obstgärten und Feldern.

Der unverheiratete Graf starb 1867 und wurde in der heute einsehbaren Krypta unter der neuen Kapelle beigesetzt. Den Besitz erbte Reichsritter Moritz von Leon, vermutlich ein unehelicher Sohn des Grafen.