Theodor Christomannos

Theodor Christomannos

Er ist heute wohl die schillerndste Figur in der Tiroler Tourismusgeschichte. Theodor Christomannos, Sohn einer wohlhabenden griechischen Kaufmannsfamilie in Wien, begleitet 1879 seine Mutter zu einer Kur nach Gries. Als sie heimfuhr, blieb der 16-jährige Theodor allein in Bozen zurück. Er absolvierte das Franziskanergymnasium, studierte Medizin und Recht, übersiedelte 1884 nach Meran und wurde dort Richter, Anwalt und ein begeisterter Alpinist.

1887 erbte er das beträchtliche Familienvermögen, und als ein pensionierter Minister für den Bau einer Straße nach Sulden einen größeren Betrag bereitstellte, nahm Christomannos das Projekt in die Hand. Fasziniert von den Perspektiven, die der Tourismus bot, sammelte er beim Kaiser, der Meraner Bürgerschaft und etlichen Alpenvereinssektionen das fehlende Geld für den Straßenbau. Gleichzeitig ging er mit dem Wiener Architekten Otto Schmid an sie Planung eines großen Alpenhotels in Sulden. 1893 wurde es zugleich mit der Straße eröffnet und übertraf alle Erwartungen.

Öffentliches und privates Interesse waren bei Christomannos stets verflochten. Nach dem großen Erfolg in Sulden gründete er den Verein für Alpenhotels in Tirol. Das Ziel: „Die Erschließung der Hochthäler Tirols für das reisende Publikum, insbesondere durch Erbauung und Führung comfortabler Hotels, Erhaltung von Gebirgsstraßen...". Bereits im Sommer 1896 eröffnete der Verein in Trafoi und am Karersee zwei weitere Grandhotels. Er kaufte das Weißlahnbad in Tiers, übernahm ein Hotel am Falzaregopass und plante ein großes Alpenhotel in Cortina.

Mit legendärem Elan warf sich Christomannos in die touristische Erschließung. Er brachte den Bau der Dolomitenstraße voran, kämpfte für die Fortsetzung der Vinschgaubahn ins Engadin, ließ sich 1905 in den Tiroler Landtag wählen, um auch die Politik für den Fremdenverkehr zu gewinnen, und pries die Reize Tirols in zahlreichen Artikeln und Büchern. Sein schillerndes Leben und die zahlreichen Geschichten, die darum rankten, verarbeitete Arthur Schnitzler in seinem Theaterstück Das weite Land zur Figur eines Hoteldirektors.

Den Brand des Karerseehotels im August 1910 erlebte er noch, die Wiedereröffnung zwei Jahre später nicht mehr. Theodor Christomannos starb im Jänner 1911 56-jährig an einer Lungenentzündung.